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Zu den vollständigen Nachrichten, hier klicken. Mittwoch, 1. Februar 2012
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Netanjahu gewinnt die Vorwahlen haushoch

Am Dienstag fanden die Vorwahlen in der Likud-Partei statt. Von den 130.000 Likud-Mitgliedern, die das Wahlrecht haben, gingen 48 Prozent wählen. Entgegen der Sorge, der rechtsgerichtete Hardliner und Falke der Likud-Partei, Moshe Feiglin (l.), könnte an Stärke gewinnen, zog der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu 75 Prozent der Stimmen auf seine Seite. Feiglin, der sich stark für die jüdischen Siedlungen einsetzt, dagegen nur 24 Prozent. In Netanjahus Siegesrede am gestrigen Abend dankte er den Wählern und sagte: „Die Likud ist eine Partei mit menschlichen und ideologisch stabilen Grundlagen. Sie ist verpflichtet, das Land Israel zu besiedeln und für die Zukunft des Staates zu kämpfen“. Aufgrund dieses eindeutigen Sieges wurde schon überlegt, die Parlamentswahlen vorzuverlegen. Die Opposition, die Kadima-Partei, äußerte sich so: „Die Netanjahu-Feiglin-Partei wird Israel in der Welt noch mehr isolieren“.

CDU-Politiker Ruprecht Polenz besucht Israel

Der CDU-Bundestagabgeordnete Ruprecht Polenz hat am Dienstag im Rahmen seiner Israelreise (30.01-02.02.) den Kindergarten Afikim in der von Raketen geplagten Südstadt Sderot besucht. Die von der Bundesregierung geförderte Einrichtung hat sich insbesondere auf Krisenvorbereitung und Traumabewältigung bei Kindern spezialisiert. Polenz, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, wird am Donnerstag einen weiteren Kindergarten im Norden bei Haifa besuchen. Es handelt sich dabei um den arabisch-jüdischen Waldorf-Kindergarten Ein Bustan (siehe Bild), den Polenz privat unterstützt und in Deutschland als herausragendes Friedensprojekt propagiert. Diejenigen, die Polenz‘ Facebook-Seite kennen, sind diesem Mann und seiner stark israelkritischen Stellung skeptisch gegenüber eingestellt. So auch die deutsche Journalistin Jennifer Nathalie Pyka, die der Israel Heute-Redaktion in einem Telefongespräch mitteilte: „‘Ein Bustan’ ist sicher eine segenreiche Einrichtung. Fraglich ist nur, inwieweit dies auch wirklich ein Friedensprojekt sein soll, da arabisch-jüdische Kooperation in Israel alltäglich ist. Wer, wie Herr Polenz, hier nun explizit von einem ‘Friedensprojekt’ spricht, festigt damit implizit das falsche Bild von Israel als Apartheidstaat.“
In der israelischen Presse wurde sein Besuch nicht erwähnt. In Erinnerung sind Polenz‘ scharfe Worte an die Regierung in Jerusalem im Juli 2009 geblieben: Er forderte Israel auf, den Siedlungsbau in den so genannten Palästinensergebieten zu stoppen. Andernfalls begehe das Land „als demokratischer Staat schrittweise Selbstmord“, so der CDU-Politiker. Während seines Besuchers wird Polenz auch an der Herzlija-Konferenz 2012 teilnehmen.

Iranische Geschäftsleute zu Israel: „Wir kommen!“

Spannungen mit dem Iran? Die Angst vor Krieg liegt in Luft? Das stört drei Geschäftsmänner aus Teheran wenig. Sie werden im Mai an der alljährlichen internationalen Landwirtschaftsausstellung „Agritech 2012“ in Tel Aviv teilnehmen. Sie, die aber anonym bleiben wollen, sind an den neuesten Geräten zur Errichtung von Wüstengewächshäusern interessiert. Israel steht in Sachen „Wüstenlandwirtschaft“ ganz vorn. Es war eine überraschende und außergewöhnliche Nachricht, da Israel seit der Herrschaft des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad keine geschäftlichen Beziehungen mit dem Iran mehr pflegt.
Vor zehn Jahren noch fand man israelische Cherry-Tomaten auf Märkten im Iran. Die israelische Tageszeitung Jediot Ahronot enthüllte, dass vor einigen Jahren einige Agrarunternehmen mit israelischer Hilfe in Bushehr errichtet wurden, an der selben Stelle steht heute ein Nuklearreaktor. Auch sollen an der Landwirtschaftsausstellung in Israel Geschäftsleute aus Abu Dhabi, Jordanien und der Türkei sowie Kurden aus dem Irak teilnehmen. Im Falle, dass der Iran Landwirtschaftsmaschinen von Israel erwirbt, werden diese über ein Drittland geliefert, wahrscheinlich die Türkei oder China.
In der Welt der Schönen und Reichen sagte die iranische Schauspielerin Leila Hatami (siehe Bild) aus dem oskarnominierten Film „Nader und Simin – Eine Trennung“ im Interview mit dem „zionistischen Feind“, wie Israel im Iran genannt wird, dass „nicht das iranische Volk, sondern nur die Regierung Israel hasst“. Der Film wurde im Februar 2011 auf der 61. Berlinale in Deutschland erstaufgeführt und gewann als erster iranischer Film den „Goldenen Bären“.

Kurznachrichten

+++UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte Israel auf, den Palästinensern mit einer Geste des guten Willens entgegen zu kommen, damit die israelisch-palästinensischen Verhandlungen weiter geführt werden können. Von den Palästinensern forderte er dies nicht. +++ Auf der Internationalen Herzlija Wirtschaftskonferenz machte Israels Staatspräsident Peres klar, dass die Unruhen und Aufstände in der arabischen Welt nicht wegen Israel ausgebrochen seien und doch sei der jüdische Staat der Leidtragende des „Arabischen Frühlings“. Und Jordaniens Kronprinz Hassan sagte auf der Konferenz in Herzlija, dass Frieden nie eine einfache Sache sei. Es sei nicht einfach, ihn zu erreichen und noch viel schwerer, ihn zu erhalten, so Hassan. +++ Die Polizei wird auf dem Ölberg eine Polizeistation einrichten, um gegen den arabischen Vandalismus auf dem jüdischen Friedhof, dessen Gräber aus biblischer Zeit stammen, schneller vorgehen zu können. Ferner werfen in letzter Zeit auf dem Ölberg immer häufiger Araber Steine auf Juden und Touristen. +++ Omri Scharon, der Sohn des früheren Regierungschefs Ariel Scharon, der immer noch im Koma liegt, will in die Politik gehen und Tzipi Livnis Kadima-Partei unterstützen. Er war schon einmal Knessetabgeordneter, wurde aber wegen einer Parteispendenaffäre verhaftet und musste sein Mandat niederlegen. +++ Israel scheint ein Männervolk zu sein, denn auf 1000 Frauen kommen in Israel 979 Männer, in Deutschland dagegen kommen auf 1000 Frauen nur 741 Männer. +++

Das Wetter

Kräftige Niederschläge in großen Teilen Israels. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 8 Grad, Tel Aviv 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 14 Grad, am Toten Meer 19 Grad, Eilat am Roten Meer 20 Grad. Der Wasserspiegel des See Genezareth liegt derzeit bei -213,10 Meter unter dem Meeresspiegel (Tendenz steigend).
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